Träumereien eines Christen zu Ostern

Martin Luther

Über 500 Jahre ist es her, seit die Reformation durch unser Land gezogen ist. Martin Luther begehrte gegen die Missstände, wie Ablasshandel, Inquisition und Korruption in der katholischen Kirche auf. Martin Luther, ein katholischer Mönch und Gelehrter war maßgeblich an der Spaltung der katholischen Kirche beteiligt.

Die Spaltung der Kirche allerdings war nie das Ziel Martin Luthers, denn er wollte eigentlich nur in seiner Kirche zu den christlichen Grundwerten zurück. Es herrschte zu dieser Zeit Sodom und Gomorrha in der katholischen Kirche und es gab Menschen, die dies nicht mehr wollten. So kam es, dass es nach der Reformation eine katholische und eine evangelische (lutherische) Kirche gab. Der Landesherr bestimmte zu dieser Zeit die Religion im Land und so kam es zu einer Art Völkerwanderung der Christen.

Dieser ganze Irrsinn führte dann dazu, dass wir späteren Nachkommen in getrennte Schulen und Kirchen gehen mussten. Wenn ich mich morgens auf den Schulweg machte, musste ich die Tholeyer Straße hinunter um in die Hennergass in die evangelische Schule zu gehen. Derweil traf ich meine Jahrgangskollegen, die den Weg über die Tholeyer Straße hoch zu Ihrer katholischen Schule gingen. Man hatte sich nicht all zuviel zu sagen, denn wir wurden ja im Prinzip getrennt voneinander erzogen. Die Eltern achteten zu dieser Zeit auch schon darauf, dass man mit “Seinesgleichen” Mittags spielte.

Wir wurden aber älter, kamen in die Pupertät und mussten feststellen, dass die Mädchen der anderen Konfession genau so hübsch und nett waren, wie die Mädchen der eigenen Konfession. Es wurde mit der Zeit lockerer und die beiden Konfessionen im Ort kamen sich wieder näher. Die getrennten Schulen wurden abgeschafft, die Kindergärten hielten sich aber noch bis in die heutige Zeit. Aber auch hier ist das Ende der Trennung “Gott sei Dank” erreicht. Dabei konnten die Dirminger Christen in der Not auch zusammenstehen. Als die katholische Kirche gegen Ende des 2. Weltkrieges zerstört wurde, konnten die Katholiken die evangelische Kirche mitbenutzen. Dieses Simultaneum ging bis 1950. Dann hatten die Katholiken wieder Ihre eigene Kirche auf dem Rotenberg.

Wir leben heute in einer gefährlichen Zeit. Überall Kriege, überall Sodom und Gomorrha. Die Krisenherde werden stetig mehr und radikale Gruppierungen versuchen mit Gewalt durcheinander in die Welt zu bringen. Das Bild von den friedlichen Christen kann man ja auch nicht so im Raume stehen lassen. Denken wir mal an den Anbeginn des Christentums, wo die Christen oft auch keine Lämmer waren. Ganz zu schweigen von den Kreuzzügen, wo unser Glaube mit dem Schwert, mit Brandschatzungen und Vergewaltigungen in die Welt getragen werden sollte. Der im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.

Es waren und sind immer radikale Gruppen, die eine Unordnung herbeiführen wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen die mit sich und Ihrem Glauben im Reinen sind, radikale und brutale Veränderungen in Form von Terrorismus herbeiführen wollen. Das wollen weder Christen, Buddhisten und auch nicht die Menschen des islamischen Glaubens. 

Wir als Christen sollten wieder Fusionieren und eine Kirche bilden. Ich weiß, dass es Träumereien sind. Die breite Masse der Christen könnten das noch leisten. Die Mächtigen der Kirche jedoch, werden dies zu verhindern wissen. Zu tief sind die Furchen und Risse zwischen den Führungen. Macht, Verbohrtheit und weltlicher Reichtum werden verhindern, dass unsere beiden christlichen Kirchen wieder zusammenwachsen werden. Dabei weiß man doch, das Einigkeit stark und Zukunftssicher macht.

Ich wünsche allen Menschen ein frohes, gesundes und ruhiges Osterfest.

Hans-Werner Guthörl

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