Das Derminga Folxfeschd

Das Wochenende vom 30. Juni bis 02. Juli 2017 war für die Jahreszeit zu kalt und es gab auch Regen. Eigentlich wäre, so wie es Jahrzehnte war, an diesem Wochenende das Derminga Folxfeschd. Der Kerweplatz ist leer, keine Aktivität im Dorf zu verzeichnen. Halt, der TV Dirmingen hat das Wochenende mit in sein „Unser Dorf spielt Handball“ eingebunden. Trotz alledem erfüllt es mich mit Wehmut, dass unser traditionsreiches „Derminga Folxfeschd“ nicht stattfindet. Viele Diskussionen wurden schon geführt, Meinungen kund getan.

Folxfeschd Umzug 2004

Der Kulturverein Dirmingen hat in den letzten Jahren, verbunden mit einem hohen finanziellen Risiko, neue Wege begangen. Gruppen wie Truck-Stop, die Höhner, oder Brinks gastierten in Dirmingen. Die Mehrheit der Derminga Bürger war leider nicht dazu zu bewegen, das Zirkuszelt auf dem Kerweplatz zu besuchen. Dabei versucht unser Kulturverein, Dirmingen kulturell am Leben zu erhalten und investiert viel Zeit, Energie und Geld. Die engagierten Kulturaner, wie man sie in Dirmingen nennt, machen Ihr Menschenmögliches, um die Dirminger Kulturlandschaft am Leben zu erhalten. Dafür ernten sie aber auch Kritik, weil es Leute gibt, die auf der einen Seite vieles besser wissen und auf der anderen Seite sich nicht oder kaum am gesellschaftlichen Leben in der Dorfgemeinschaft beteiligen. Aber Jeder wie er es gerne möchte. Vielleicht hat man die Bürger mit dem jeweiligen Folxfeschd-Programm aber auch einfach nicht erreicht. Ich habe bezüglich unseres Folxfeschdes auch schon einige Diskussionen geführt. Fazit ist, dass es kein Patentrezept gibt.

Jeder Verein im Dorf hat damit zu kämpfen, dass es immer weniger „Vereinsmeier“ gibt. Das sollte man jetzt nicht negativ verstehen, denn damit ist gemeint, dass es immer weniger Menschen gibt, die sich für die Vereinsarbeit mit Kopf, Herz und Verstand einsetzen. Ich drücke es in meiner Feuerwehr immer so aus: “ Wir Feuerwehrleute müssen nach außen hin Feuer löschen, aber im Inneren müssen wir für unsere Sache brennen“. Genau so geht es jedem anderen Verein auch. Wir brauchen Menschen, die in Ihrer ehrenamtlichen Arbeit brennen, die fest hinter einer Sache stehen. Viele Menschen leben diese Vereinsarbeit nicht mehr, weil sie im Job und im privaten Bereich viel um die Ohren haben. Aber was machen wir mit unserem weit über 40 Jahren alten Folxfeschd ? Lassen wir Tradition und Kultur einfach fallen ?

Soweit sollte es nicht kommen. Vielleicht, und das erscheint mir sinnvoll, sollten wir wieder versuchen ein kleines, familiäres Folxfeschd  zu gestalten. Unser erfolgreicher mittelalterlicher Weihnachtsmarkt lebt es uns vor. Die Leute kommen, weil gerade dieser Weihnachtsmarkt in der Region ein Gefühl von Nähe und familiärer Verbundenheit schafft. Back to the Roots, zurück zu den Wurzeln. Ich persönlich denke mit Sehnsucht daran zurück, dass wir einst eine Bierkönigin gewählt haben, und dass wir ganz tolle Umzüge gestaltet haben. Vielleicht bin ich aber auch einer der ewig gestrigen und habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Dazu kann ich aber sagen, dass ich schon Up to Date bin, aber ich habe auch kein Patentrezept. Quo Vadis Folxfeschd, Quo Vadis Dirmingen ?

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