Feier zum Volkstrauertag mit Kranzniederlegung

Am 19. November 2017 um 13:30 Uhr wurde von Siegfried Arneth, Pfarrer i.R., in der Friedhofshalle auf dem Dirminger Friedhof, ein Friedens- und Literaturgottesdienst gehalten. Anlass dazu war der Volkstrauertag, an dem an die Opfer der beiden Weltkriege gedacht wird. Die Aussegnungshalle war gut besetzt und so konnte Siegfried Arneth pünktlich beginnen. Der Gottesdienst wurde musikalisch durch den Posaunenchor Dirmingen umrahmt. Die Lektoren und Liturgen waren, Frank Klein, Jürgen Gordner, Silke Gerard und Pfarrer i.R. Siegfried Arneth. Das Thema war das Antikriegsbuch “Die Katrin wird Soldat” von Adrienne Thomas, welches 1931 ein Überraschungserfolg war. Die Nazis verboten das Buch und es wurde verbrannt. Die Macht der Schrift und die Macht der Worte kann man aber nicht auslöschen und so gibt es das Buch auch heute noch. Es ist ein pazifistisches Tagebuch eines jungen Mädchens. Nach dem liturgischen Gottesdienst wurde von Ortsvorsteher Manfred Klein und seinem Stellvertreter Frank Klein, im Namen des Ortsrates, ein Kranz am neuen Denkmal neben der Friedhofshalle nieder gelegt. Die Kameraden der Reservistenkameradschaft Illtal hielten die Mahnwache und der Posaunenchor spielte das Lied “Ich hatt einen Kameraden”. Es waren stille Minuten vor dem Mahnmal und ein jeder folgte im Geiste seinen Erinnerungen und Gedanken. Unsere Eltern und Großeltern mussten hier in Dirmingen in den beiden Weltkriegen viel Leid erleben. War der 1. Weltkrieg noch weit draussen im Feld und brachte überwiegend gefallene Soldaten nach Hause, so war der zweite Weltkrieg auch hier im Dorf. Über 20 Bombenangriffe und unzählige Tieffliegerangriffe musste die Zivilbevölkerung erleiden. Die Tafeln in der Friedhofshalle sind stille Zeugen dieser Zeit, in der es kaum eine Familie gab, die nicht Vater, Bruder, Mutter, Schwester oder Onkel verloren hatte.

Nach der Schändung des alten Denkmals auf dem Hundsberg im Jahre 2014, hatte sich die Interessengemeinschaft Heimat- und Denkmalpflege dafür eingesetzt, ein neues Denkmal bzw. Mahnmal zu errichten. Das Geld wurde durch Bilderabende und Spenden aufgebracht und auch die Gemeindeverwaltung in Eppelborn leistete ihren Beitrag. So konnte im Jahre 2016 die Einweihung statt finden. Es wurde beschlossen, dass zukünftig wieder eine Gedenkveranstaltung für unsere Opfer der beiden Weltkriege stattfinden wird. Wir dürfen unsere Opfer der beiden Weltkriege nicht einfach vergessen. Die Erinnerung an das Geschehene, sollte uns bewahren Haß und Gewalt in die Welt zu tragen. Dies gilt für alle Völker und alle Religionen. Manche Völker und Religionen haben das noch nicht gelernt, wir Deutschen schon. 

Die Initiatoren der Gedenkfeier haben sich über den regen Zuspruch der Bürger sehr gefreut. Wir haben es in Dirmingen geschafft, trotz der Schändung des alten Denkmals, die Erinnerung an unsere Opfer der Weltkriege für die Zukunft zu erhalten. Allen die Ihren Teil dazu beigetragen haben sei gedankt.

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