Letzte Ehrenhandlung

Am Sonntag, dem 27.Juli 2014 um 11:00 Uhr, traf sich der Ortsrat von Dirmingen, sowie Bürger von Dirmingen und Eppelborn, um ein letztes Mal, anlässlich des einhundertjährigen Beginns des 1. Weltkrieges (1914 -1918), eine Kranzniederlegung durchzuführen.

Letzte Kranzniederlegung am Dirminger DenkmalDer Ortsrat beschloss in seiner letzten Sitzung diese Kranzniederlegung zum Gedenken an die Gefallenen des 1. & 2. Weltkrieges. Es waren nicht nur Soldaten, die Ihr Leben ließen, sondern auch viele Opfer aus der Zivilbevölkerung. Pünktlich um 11 Uhr versammelten sich die anwesenden Bürger. Manfred Klein, der Ortsvorsteher, begrüßte die anwesenden Ortsratmitglieder, die Abordnung der Reservistenkameradschaft, welche die Ehrenwache hielten, sowie die Bürger aus Dirmingen und aus der Gemeinde Eppelborn. Manfred Klein fand die richtigen Worte zum Einstieg in die Zeremonie. Er verwies darauf, dass nach der Schändung des Denkmals und des Diebstahles der Namenstafeln im Frühjahr 2014,  es nunmehr an der Zeit sei, sich Gedanken über das Gedenken an unsere Opfer der beiden Weltkriege zu machen. Es ist angedacht, ein Denkmal in der Friedhofshalle zu errichten. Er gab das Wort an seinen Stellvertreter Frank Klein, der die Geschichte des Denkmals vor trug. Im Anschluss verlaß Frank Klein die Namen der Toten aus Dirmingen im 1. Weltkrieg.

Zeugen der letzten Ehrenhandlung am Dirminger Denkmal

Zeugen der letzten Ehrenhandlung am Dirminger Denkmal

Zum Lied von Hannes Wader „Es ist an der Zeit“, wurde eine große Blumenschale an der Sandsteinsäule nieder gelegt. Im stillen Gedenken nahm jeder seinen persönlichen  Abschied vom Denkmal, welches in naher Zukunft entwidmet und später abgerissen werden soll. Das erste Denkmal entstand im Jahre 1928 auf dem Hundsberg. Es war Anfang der 50 iger Jahre aber verwittert und es wurde an gleicher Stelle das aktuelle Denkmal errichtet. 1965 wurden die Namenstafeln angebracht, die aber in 2014 einem Raub zum Opfer fielen. „Es ist an der Zeit“ auch hier neue Wege zu gehen. Die beiden Denkmale hatten Ihre Zeit, die einem starken Wandel unterliegt. Die jungen Generationen, haben keine persönliche Bindung mehr an die Menschen, die in den beiden verheerenden Weltkriegen Ihr Leben verloren haben. Hinzu kommt, dass die Gemeinde die Fläche nicht mehr gepflegt hat und es auch keine Bürger mehr gab, die dort regelmäßig Hand angelegt hätten.

Eine große Blumenschale wird zum Gedenken abgestellt.

Eine große Blumenschale wird zum Gedenken abgestellt.

So ist es wohl sinnvoll, wenn auch mit weinendem Herzen, den Standort des Denkmals hoch droben über Dirmingen aufzugeben und ein kleineres Denkmal in der Friedhofshalle zu errichten. Die Namen der Gefallenen dort aufzulisten und so im Gedenken zu halten. „Es ist an der Zeit“ singt Hannes Wader und beschreibt in seinem Lied unverblümt die Grausamkeit des Krieges. Im Anschluß an die Zeremonie wurden noch Gruppenfotos der anwesenden Bürger vor dem Denkmal aufgenommen. Somit wird auch dokumentiert, das nach fast hundertjähriger Geschichte des Denkmals, nun im Jahre 2014, genauer gesagt am 27. Juli 2014 um 11 Uhr, die letzte Ehrenhandlung  am Dirminger Denkmal vorgenommen wurde. Jeder nahm wohl an diesem Tag seine ureigensten Gedanken und Erinnerungen mit nach Hause. Wo einst die sechs großen Namenstafeln hingen, findet man seit letzter Woche auf der rechts außenliegenden Tafel Nr. 6 eine kleines Messingschild mit der Gravur: „Oskar Neufang + 1945). Es soll als Symbol dafür dienen, dass wir, trotz des Diebstahls der Gussnamenstafeln, uns nicht davon abhalten lassen, unseren gefallenen Vorfahren zu gedenken. Wir dürfen und werden Euch nicht vergessen.