Das neue Mahnmal

Am Volkstrauertag 2016 wurde in der Friedhofshalle in Dirmingen die Feier zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege durchgeführt. Im  Zuge der Gedenkfeier wurde auch das neue Mahnmal eingeweiht.

img-20161113-wa0021Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset und Stellv. Ortsvorsteher Frank Klein hatten zu dieser Feier eingeladen. Frank Klein, der zur Zeit die Vertretung von Ortsvorsteher Manfred Klein macht, begrüßte die Gäste, darunter Pfarrer Hartmut Brand von der evangelischen Kirche, Pfarrer Thomas Schneider von der katholischen Kirche, die Kameraden der RK-Illtal, die Kameraden der Feuerwehr,  den Posaunenchor Dirmingen, die Interessengemeinschaft Dirminger Heimat- und Denkmalpflege, die Abordnung der neuen Arbeit Saar, sowie zahlreiche Bürger aus Dirmingen. Frank Klein ging in seiner emotionalen Rede zuerst in die Vergangenheit zu den Anfängen des Volkstrauertages. Er erzählte vom Leid, welches Krieg, Terror und Gewalt, früher und auch noch heute, den Menschen bescherte. Krieg darf es nie mehr auf deutschem Boden geben.

img-20161113-wa0020Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset erinnerte in Ihrer Rede auch daran, dass deutsche Soldaten im Ausland in Krisengebieten Ihren gefährlichen Dienst verrichten und das es noch nicht in unseren Köpfen angekommen ist, dass wir in Kriegshandlungen weltweit verwickelt sind und auch deutsche Soldaten dort Ihr Leben verlieren. Sie hob die Wichtigkeit von Mahnmalen hervor, die uns immer daran erinnern und mahnen sollen, dass Krieg, Terror und Gewalt nur Leid, Elend und Not hervorrufen. Sie lobte die Arbeit der Interessengemeinschaft Heimat- und Denkmalpflege Dirmingen, die mit Benefizveranstaltungen im Jahre 2015 das Geld für das Denkmal/Mahnmal zusammengetragen haben. Die Gemeindeverwaltung legte noch einen kleinen Betrag dazu und so konnte das Mahnmal innerhalb eines Jahres realisiert werden. Die Arbeiten wurden vom Bauhof (Erdarbeiten) und der Neuen Arbeit Saar (Mahnmal) durchgeführt.

img_0472Der Posaunenchor Dirmingen sorgte für den geeigneten musikalischen Rahmen. Die Reservistenkameradschaft Illtal stellte die Mahnwache. Reimund Klein, als Laudator, der Interessengemeinschaft Heimat- und Denkmalpflege Dirmingen, berichtete über den Werdegang des neuen Mahnmals. Nach der Schändung des alten Denkmals auf dem Hundsberg im Jahre 2014 machten sich die beiden Dirminger Bürger Hans-Werner Guthörl und Frank Klein Gedanken darüber, wie und in welcher Form man wieder eine Stätte der Erinnerung an die Opfer der Weltkriege schaffen kann. Der Ortsrat Dirmingen hatte, nach der Schändung des Mahnmals, den Standort Friedhof schon einmal in Ihre Überlegungen einbezogen. Hans-Werner Guthörl und Frank Klein hatten letztendlich die Idee, zwei heimatliche Bilderabende in der alten Scheune durchzuführen. Sie suchten Unterstützung in Ihrem Umfeld und sprachen Heimat interessierte, in Dirmingen bekannte Bürger an. So fand sich die Interessengemeinschaft Heimat- und Denkmalpflege Dirmingen zusammen. Zum Team gehören:

  • Frank Klein
  • Hans-Werner Guthörl
  • Marion Klein
  • Reimund Klein
  • Manfred Gabler
  • Hans-Peter Hoffmann
  • Christa Köhl
  • Melanie Klein
  • Stephan Brück
  • Michael Polotzek
  • Annette Ewerling
  • Jürgen Gordner
  • Tanja Gordner

So konnte das Projekt “Mahnmal”, mit der Unterstützung der Gemeinde Eppelborn und Unterstützung der Kirchengemeinde Dirmingen (stellte die Räumlichkeit kostenfrei zur Verfügung), auf den Weg gebracht und realisiert werden.

Nachdem Reimund Klein mit seiner Laudatio geendet hatte, übernahm der evangelische Pfarrer Hartmut Brand das Wort. Auch er sprach mit Überzeugung davon, dass solche Mahnmale auch heute noch wichtig sind. Die Erinnerung an die Opfer aller Nationen, die durch Krieg, Terror und Gewalt, früher und auch heute noch um’s Leben kommen, sollte erhalten bleiben. Thomas Schneider, katholischer Pfarrer, fand Worte der Bibel und des Glaubens und führte die Einweihung des neuen Denkmals durch. Frank Klein und Hans-Werner Guthörl legten anschließend den Kranz zum Gedenken am Volkstrauertag, stellvertretend für alle Dirminger Bürger, nieder. Die Kameraden der RK-Illtal hielten die Mahnwache und der Posaunenchor spielte “Ich hat einen Kameraden”. Es war ein bewegender Moment und Stille herrschte auf dem ganzen Friedhof. Die Gedenkfeier war zu Ende, nur langsam gingen die Menschen nachdenklich auseinander. Viele nutzten noch die Gelegenheit und besuchten Ihre Verstorbenen, die hier Ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Es ist geplant, dass wieder jedes Jahr eine Gedenkfeier ausgerichtet wird, nicht mehr am alten Denkmal auf dem Hundsberg, sondern nun dort wo unsere Verstorbenen zur letzten Ruhe gebettet wurden. Ein würdiger, ehrenvoller, stiller Ort. Es wäre gut, wenn man unsere heutige Jugend für das Gedenken an die Opfer der Kriege begeistern könnte. So wäre der Sinn eines Mahnmals, Nachhaltigkeit zu schaffen, erreicht.