Mir senn Derminga

Man kann es einfach nicht steuern, wann und wo man das Licht der Welt erblickt. Genau wie der Tod ist die Geburt ein Vorgang den wir nicht beeinflussen können. Wir werden geboren, da wo unsere Eltern leben. Ich kam in Dirmingen auf dem Höppesbüsch auf die Welt. Eine Hausgeburt, nicht wie heute in der Klinik. Eine Hebamme half mir, endlich aus der engen Gebärmutter zu fliehen und ich erblickte die Welt, in die ich geboren wurde. Diese Welt, die mich mein Leben lang begleiten wird, hieß „Dirmingen“ oder wie wir Einheimischen sagen „Derminge“.

Ich lernte hier laufen, ging hier zur Schule, lerne hier meinen Beruf. Hatte hier meine Freunde, trat 1973 in die Freiwillige Feuerwehr Dirmingen ein. Ich liebte diesen Ort, der mir Geborgenheit und Sicherheit gab. Ich mag diese Derminga Menschen mit all ihren Macken und Eigenarten. Denn diese Menschen mögen auch mich, mit all meinen Macken und Eigenarten. Ich bin sehr stolz darauf in diesem kleinen Ort, am Zusammenfluss von Alsbach und Illbach, geboren zu sein.

Im Jahre 1974 kam die Gebietsverwaltungsreform im Saarland und die kleineren Bürgemeistereien, darunter auch Dirmingen, wurden in Großgemeinden zusammengefasst. Eppelborn hieß nun die Gemeinde, nicht mehr Dirmingen. Eppelborn hatte nun 8 Ortsteile, wir sind einer davon.

Wir sind Europaer, wir sind Deutsche, wir sind Saarländer, aber hauptsächlich sind wir Derminga und da wird sich nie was ändern dran. Die Heimat ist die Wurzel aller Menschen ! Wir sollten alle stolz auf unsere Heimat sein. „STOLZ“ dieses Wort, für das sich viele Leute schämen. Dieses Wort, dass von vielen in Deutschland und auch im Ausland mit Rechtsradikalismus gleichgesetzt wird und das so wenig damit zu tun hat.

Wir sollten endlich mal wieder lernen, dass wir nicht nur zur Fussballweltmeisterschaft Deutsche sind und darauf stolz sein dürfen.