Geschichte des Denkmals

Zwei Weltkriege innerhalb von 30 Jahren haben tiefe Spuren in unserem Heimatort Dirmingen hinterlassen. Beide Kriege forderten viele Opfer auf der Seite unserer Soldaten und auch bei der Zivilbevölkerung. Als ich die Listen der gefallenen Soldaten aus dem Buch über Dirmingen entnommen habe um diese auf der Internetseite von Dirmingen zu veröffentlichen, kam mein 22 Jahre alter Sohn Eric hinzu. Er las kurz mit und meinte dann entsetzt: ” Die waren ja fast alle in meinem Alter”. Ich selbst stand ja schon oft vor den Tafeln am Denkmal und es wurde mir eigentlich auch noch nie so richtig bewusst, dass die meisten Soldaten gerade aus dem Kindheits- und Jugendalter heraus waren. Das Leben beendet, bevor es richtig begonnen hatte. Viele Familien verloren Angehörige im 1. Weltkrieg und 2-3 Jahrzente später auch wieder im 2.Weltkrieg. Welches unsagbare Leid mussten diese Menschen über sich ergehen lassen.

Das alte Denkmal auf dem Hundsberg

Das alte Denkmal auf dem Hundsberg

Um eine Stätte der Erinnerung nach dem 1.Weltkrieg zu schaffen, kam die Anregung aus dem Kriegsbeschädigtenverein heraus, ein Denkmal hoch auf dem “Hundsberg” zu errichten. Eine gemeindeeigene Fläche bot sich dort, in herrlicher Natur und Höhenlage, an. Am 01.August 1920 wurde von Landrat Dr. Rech der Grundstein gelegt. In den Grundstein wurden Information über die damalige Situation mit eingemauert. Diese Einzelheiten werden zu einem späteren Zeitpunkt hier veröffentlicht. Es dauerte dann aber doch noch 8 Jahre bis das 1.Denkmal auf dem Hundsberg fertig war. Am 28.August 1928 wurde das Denkmal eingeweiht. Das Denkmal lag in einem sehr schönen, großflächigen Hain und war als Ort der Erinnerung und der Ruhe geradezu bestens geeignet. Es war nach dem 1.Weltkrieg eine Zeit der Entbehrungen und der Aufbau ging nur schleppend voran. Es fehlten die Väter, Brüder, Onkel und Söhne die ihr Leben in diesem Krieg verloren hatten.

Das Denkmal am 01.Mai 1954. Auf dem Bild: Eheleute Luise und Ludwig Neufang

Das Denkmal am 01.Mai 1954. Auf dem Bild: Eheleute Luise und Ludwig Neufang

Die Zeit nach dem 1.Weltkrieg war eine sehr schwere Zeit, da Deutschland doch sehr isoliert war und hohe Wiedergutmachungs-Zahlungen leisten musste. Die Wirtschaft kam nicht richtig in Gang und viele Familien hatten wenig zu essen. Das Denkmal auf dem Hundsberg aber trotzte den oft widrigen Witterungsverhältnissen und hatte hierdurch die ersten Schäden zu verzeichnen. Dann kam der 2.Weltkrieg der noch verheerender war, als sein Vorgänger. An eine kontinuierliche Pflege des Denkmals war damals nicht mehr zu denken und es erlitt witterungsbedingt weitere Schäden. Der 2.Weltkrieg hinterließ Schutt und Asche und viele Toten. Sei es auf den Schlachtfeldern in Europa und der ganzen Welt, oder sei es in unsererm Heimatort Dirmingen. Wieder einmal kehrten viele Väter, Brüder, Onkel und Söhne nicht mehr nach Hause zurück. Wieder einmal standen die Dirminger Bürger vor der Aufgabe neu anzufangen. Diesmal gab es aber auch hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung. Deutschland und auch Dirmingen lag am Boden. Der Wiederaufbau begann und das Essen war knapp. Das alte Denkmal indes war Anfang der 50 iger Jahre verwittert und baufällig geworden, wie man auf den beiden Bilder in den Vorabschnitten sehen kann. Das obere Bild bei der Einweihung im Jahr 1928, das zweite Bild kurz vor dem Abriss im Jahr 1954.

Kranzniederlegung am Volkstrauertag 2005

Kranzniederlegung am Volkstrauertag 2005

Der Bauunternehmer Peter Braun aus Eppelborn erhielt für 450000,- Französische Franken den Auftrag, das alte Denkmal abzureissen und das neue Denkmal, nach den Plänen des Dirminger Bürgers, Kreisbaurat Karl Hell, der auch die Bauleitung inne hatte, zu errichten. Am 06.November 1955 war die Einweihung. Der damalige Dirminger  Bürgermeister Georg Gräßer verlas die in das Denkmal einzumauernde Urkunde. Über lange Jahre wurde das Denkmal und der schöne Hain, wo es errichtet wurde liebevoll gepflegt. Was allerdings auf dem neuen Denkmal fehlte, waren die Namen der gefallenen Soldaten, die für ihre Heimat ihr Leben ließen. Im Frühjahr 1965 wurden, die in Hessen von der Fa. Rincker, Metall- und Kunstgießerei, gefertigten Namenstafeln, ohne besondere Feierlichkeit, an der halbrunden, hinter dem Denkmal abschließenden Mauer angebracht.

Die Namenstafeln wurden 1965 montiert.

Die Namenstafeln wurden 1965 montiert.