Die alte Buche

Die alte Buche

Die alte Buche

Ganz in der Nähe des Freizeitzentrum Finkenrech, in Richtung Fischerhütte des Angelsportverein Dirmingen, befindet sich mitten im Wald eine sehr alte Buche. Geht man den kleinen Pfad vom Finkenrech hinunter zur Fischerhütte fällt einem dieser leider kranke, absterbende Baum auf. Ein dicker Stamm, den man alleine nicht umfassen kann, eine riesige Verdickung, vermutlich durch abbrechende Äste entstanden, oder vielleicht auch ein Krebsgeschwür, geben diesem Baum ein besonderes Aussehen. Oberhalb der Verdickung in Richtung Krone ist der Baum abgestorben und dicke Pilze an den Ästen geben ihm den Rest. Wie lange der Baum schon mit den Parasiten leben muss, ist ungewiss.

Die alte Buche

Die alte Buche

Liest man in Büchern nach, wie alt Buchen werden können, so findet man ein Alter zwischen 150 und 300 Jahren, in Einzelfällen auch älter. Was mag dieser Baum wohl alles schon gesehen haben, bis er diese stattliche Größe erreicht hat ? Sicher blickte er schon auf viel Freud und Leid. Mancher Sturm versuchte ihm zu schaden, aber er stand tapfer hier im Wald. Wieviele Nachkommen könnte er über diese lange Zeit schon haben ? Ich gehe immer gern zu ihm und schon manches Kind habe ich ihm vorgestellt. Für Kinder ist der Baum auch etwas besonderes in seiner besonderen Art. Ich jedenfalls kenne den Baum schon seit meiner Kindheit, als wir oft mit Freunden im Wald spielten. Ob er damals schon krank war, kann ich nicht mehr sagen.

Die alte Buche

Die alte Buche mit Pilzbefall

Ab und an kommt mir der Gedanke, wer denn von uns beiden auf diesem Erdenrund länger durchhält. Er ist ja schon alt und krank. Aber vielleicht hat er ja auch einen starken Lebenswille. Komme ich einst zu ihm, vielleicht schon betagt und mit Stock, oder werde ich einmal vor ihm stehen und das Lied von Alexandra singen ? „Mein Freund der Baum ist tot, er fiel im frühen Morgenrot“. Ich hoffe jedenfalls, dass er noch viele Jahre von den Wanderern und den Kindern bestaunt werden kann. Auf alle Fälle ist ein Besuch der betagten Buche immer interessant, egal ob für junge oder alte Menschen.

 

Ein Gedicht:

Wenn in Wäldern Baum an Bäumen,
Bruder sich mit Bruder nähret,
Sei das Wandern, sei das Träumen
Unverwehrt und ungestöret;
Doch, wo einzelne Gesellen
Zierlich miteinander streben,
Sich zum schönen Ganzen stellen,
Das ist Freude, das ist Leben

Aus: Wilhelm Tischbeins Idyllen, Vers 4

Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)