Bergbauerinnerung bleibt erhalten

Diese Woche wurde mit den Arbeiten für die Aufstellung des Mannschaftstransportwagens in der Dorfmitte von Dirmingen begonnen. So erhält Dirmingen auch ein Erinnerungsstück an die lange Tradition des Bergbau´s in unserer Region.

Das etwa 4 m lange Gleisbett ist fertig.

Das etwa 4 m lange Gleisbett ist fertig.

Nach viel Vorarbeit durch den Heimat- und Verkehrsverein, durch Rudolf Hell, dem Ortsvorsteher Manfred Klein und der RAG Steinkohle konnte im Jahre 2013 ein Mannschaftstransportwagen für Dirmingen organisiert werden, der dann erst zwischen gelagert werden musste. Nun ist es so, dass man so ein tonnenschweres Gerät nicht einfach hinstellen kann. Es müssen Genehmigungen eingeholt werden. Dieses ist aber zwischenzeitlich alles geschehen und nun konnte, die IGBCE Illtal, Ortsgruppe Dirmingen, unter der Leitung von Michael Polotzek, mit den Arbeiten beginnen. Das Wetter spielte in der letzten Oktoberwoche auch mit und so entstand in der Ortsmitte ein Schienenstrang, auf dem der Wagen seinen Platz finden wird. Der nächste Arbeitschritt ist der Neuanstrich und das in Position bringen des Mannschaftstransportwagens, dass nur mit einem Kran möglich sein wird. So wird dieser Wagen vergangener Zeiten, zukünftig an die Ära des Steinkohlebergbau´s in unserer Region erinnern. Viele Familien im Saarland lebten von Kohle und Stahl an der Saar. Bergbau und Eisenhütten prägten das Bild des schon immer sehr grünen Saarlandes.

Beginn der Arbeiten am Gleisbett.

Beginn der Arbeiten am Gleisbett.

Aber die Zeit schreitet voran und diese Berufssparten nahmen immer weniger Platz in unserer beruflichen Landschaft ein. Die letzte Grube im Saarland wurde bereits seit einiger Zeit geschlossen. Die Kumpels von der Saar kamen sozialverträglich in den Vorruhestand oder die Jüngeren mussten auf “Montage” in Gruben ausserhalb des Saarlandes. In früherer Zeit undenkbar. Andere die nicht weg wollten, suchten sich in anderen Berufen Ihren neuen Arbeitsplatz. Aber heute gilt es auch im Saarland in die Zukunft zu schauen. Neue Arbeitsplätze entstehen in ganz anderen Berufsfeldern und die Kinder der Bergleute, die früher auch “auf die Grub gang währe” , arbeiten heute in technischen oder sozialen Berufen. Wir haben in Dirmingen bald eine Ge-denkmal stehen. Es soll uns auch an die vielen verunglückten Bergleute erinnern, die tief unten den Tot fanden. Ein besonderes, prägendes Grubenunglück geschah am 07. Februar 1962 um 7:50 Uhr in Luisenthal. Mehrere Kohlenstaubexplosionen führten dazu, dass 299 Kumpels unter Tage Ihr Leben verloren. Von den 664 zu dieser Zeit unter Tage arbeitenden Bergleute, waren 433 direkt im Explosionsbereich tätig. Nur 61 Bergleute blieben unverletzt. Um sich ein Bild über die gefährliche Arbeit der Kumpels unter Tage zu machen, findet man in Wikipedia die Grubenunglücke auf der Welt aufgelistet. Der Link zu Wikipedia ist…..Grubenunglücke.

Glück auf !

Chronologie der wiederbelebten Dirminger Kirmestraditionen

Chronologie der wiederbelebten Dirminger Kirmestraditionen

(zusammengestellt von Rudolf Hell)

Nachdem die Dirminger Kirmes, wie in vielen anderen Dörfern, in den neunziger Jahren stets weiter in einen Dornröschenschlaf versank, hat sich der damals neue Ortsvorsteher Rudolf Hell mit einigen Jahrgangsfreunden die Attraktivierung der Kirmes zum Ziel gesetzt. Alte Traditionen sollten wieder zum Leben erweckt werden. Und so wurde erstmals im Jahr

1998 eine offizielle Eröffnung der Kirmes mit Begrüßung durch den Ortsvorsteher und anschließendem Fassanstich am neu zugelassenen Getränkestand von Schuhhannesse Sepp durchgeführt. Mit den Fahrgeschäften war vereinbart, daß den Kindern zur Eröffnung eine halbe Stunde Freifahrten gewährt werden.

1999 In diesem Jahr wurde eine alte Tradition hinzu gefügt. Erstmals wurde die Kirmes unter Mithilfe einer Kernmannschaft des späteren Kulturvereins im Kläse Keller ausgegraben (Eine Strohpuppe und eine Flasche Schnaps) und in einem Festzug mit musikalischer Umrahmung durch den Fanfarenzug der FFW Eppelborn zum Kirmesplatz gebracht. Dort folgte die Begrüßung durch den Ortsvorsteher und als weitere Neuerung eine Kirmesrede von Hans Peter Hoffmann. Mit dem Fassanstich wurde die Kirmes dann offiziell eröffnet. Den Kindern wurde wieder eine halbe Stunde Freifahrten auf allen Fahrgeschäften gewährt.

2000 Mit Unterstützung des Kulturvereins wurde die Kirmes auch in diesem Jahr in der gleichen Weise wie im Jahr zuvor eröffnet. Neu war allerdings, dass in diesem Jahr ein lebendes Kerwe-Lisje ( Dirk Schmeer) in Kläse Keller gefunden wurde. Nach dem Festumzug zum Kirmesplatz, der wiederum durch den Fanfarenzug der FFW Eppelborn begleitet wurde, folgte die Begrüßung durch den Ortsvorsteher, sowie die Kirmesrede von Hans Peter Hoffmann. Mit dem schon obligatorischen Fassanstich wurde die Kirmes dann wieder offiziell eröffnet, wobei den Kindern wiederum eine halbe Stunde Freifahrten gewährt wurde. Nach 4 anstrengenden Kirmestagen wurde dann am Dienstagabend mit der Kirmesbeerdigung eine weitere alte Tradition hinzugefügt. Hierzu wurde die Kerb (Strohpuppe) im Sarg auf dem Malerwagen von Emil Zimmer in einem Trauerzug vom Fritze-Eck über den Kirmesplatz in den Brühlpark gebracht, wo die Feuerwehr schon das Feuer zur Einäscherung vorbereitet hatte. Nach der ergreifenden Traueransprache durch den Kirmesgeistlichen HP Hoffmann wurde die Kerb dann den Flammen übergeben. Die Asche wurde dann zur Seebestattung in die Ill gestreut. Anschließend fand das Leichen-Imbs im Gasthaus Vogel bei Heringen und Kranzkuchen statt.

2001 In diesem Jahr verlief das Kirmeszeremoniell weitgehendst wie im Jahr 2000. Es gab aber drei weitere Änderungen. In diesem Jahr gab es mit Hans-Jürgen Hoffmann und Herbert Lambert zwei Kerwe-Lisjer und das Beerdigungszeremoniell begann mit dem Trauerzug ab dem Kläse Keller. Zum dritten waren auf Anregung von HP Hoffmann die Aktivisten, die Schausteller und die Sponsoren am Kirmesmontag zu einem Bayrischen Frühstück im Gasthaus Schuhhannesse eingeladen.

2002 In diesem Jahr verlief die Kirmes wie im vorigen Jahr. Als einzige Änderung kamen zu den beiden Kerwe-Lisjer (HJ Hoffmann und Herbert Lambert) noch 2 Nachwuchs-Lisjer hinzu. Es waren: Lena Hoffmann und Mike Neu. Am Kirmesmontag war zu einem Saarländischen Frühstück im Gasthaus Schuhhannesse eingeladen.

2003 In diesem Jahr gesellte sich zu dem neuen Kerwe-Lisje (Monika Bohr) erstmals ein Kerwe-Hannes (Stefan Schaefer). Als Nachwuchs-Lisjer fungierten Lena Hoffmann und Simon Regitz. Ansonsten spielte sich das Kerwegeschehen ab wie im Jahr 2002. Das rustikale (von der Sparkasse gesponsorte) Montagsfrühstück fand wieder im Gasthaus Schuhhannesse statt.

2004 In diesem Jahr wurde das Kerwe-Paar wiederum von Monika Bohr und Stefan Schaefer gespielt. Die Nachwuchs-Liesjer waren diesmal nicht dabei. Ansonsten verlief das Kerwegeschehen ab wie im Jahr 2003. Das Montagsfrühstück fand wiederum im Gasthaus Schuhhannesse statt und wurde von Hermann Gihl unterstützt.

2005 In diesem Jahr gesellte sich zum Kerwe- Hannes (Stefan Schaefer) Lena Hoffmann als Kerwe-Lisje. Für den Umzug wurde ein dreirädriger Bitburger Kleinwagen mit eingebauter Zapfanlage angemietet, von dem zur Eröffnung das Freibier gezapft wurde. Das von der Sparkasse gesponsorte Montagsfrühstück fand im Gasthaus Vogel statt.

2006 In diesem Jahr hatte sich der Kerwe- Hannes (Stefan Schaefer) Kathrin Hoffmann als Kerwe-Lisje ausgesucht. Ansonsten hatte sich am üblichen Kerweablauf nichts geändert. Das in diesem Jahr von der LeVo-Bank gesponsorte Montagsfrühstück fand wieder im Gasthaus Vogel statt.

2007 Ab diesem Jahr war der neue Ortsvorsteher Manfred Klein Herr der Kirmes. Am Ablauf der Kirmes wurde nichts geändert. Stefan Schaefer (Kerwe-Hannes) und André Varano (Kerwe-Lisje) spielten in diesem Jahr das Kerwe-Paar. Eine unangenehme Besonderheit war in diesem Jahr, dass das zum Fassanstich vorgesehene Bierfass aus dem Kühlwagen gestohlen wurde. Um die Eröffnung zu retten, spendeten der Bürgermeister und der Schausteller Massel dankenswerterweise kurz entschlossen jeweils ein Fass Bier. Das Montagsfrühstück fand im Gasthaus Vogel statt und wurde von der Sparkasse gespendet.

2008 In diesem Jahr änderte sich am Kerweablauf gegenüber dem Vorjahr nur, dass mit Sarah Johäntgen und Liné Peschau zwei Kerwe-Lisjer und kein Kerwe-Hannes da war. Das Montagsfrühstück fand im Gasthaus Mühlbacher Hof statt

2009 Das Kerwe-Paar stellten in diesem Jahr Patrik Freudenberg (Kerwe-Hannes) und Liné Peschau (Kerwe-Lisje). Sonst verlief die Kirmes wie im Jahr zuvor. Das Montagsfrühstück fand im Gasthaus Mühlbacher Hof statt.

2010 Als Kerwe-Paar fungierten in diesem Jahr Björn Krabbe (Kerwe-Hannes) und Inga Neufang (Kerwe-Lisje).Das Montagsfrühstück fand im Gasthaus Mühlbacher Hof statt.

2011 In diesem Jahr fand vor der Eröffnung erstmals ein gemeinsamer Gottesdienst in der ev. Kirche statt. Ansonsten verlief die Kirmes wie im letzten Jahr. Als Kerwe-Paar fungierten Tobias Schlicher (Kerwe- Hannes) und Nathalie Colp (Kerwe-Lisje). Das Montagsfrühstück fand wiederum im Gasthaus Mühlbacher Hof statt.

2012 In diesem Jahr fand vor der Eröffnung wiederum ein gemeinsamer Gottesdienst in der ev. Kirche statt. Der Fassanstich zur Kirmeseröffnung wurde von der neuen Bürgermeisterin Müller-Closset , assistiert vom Kerwe-Paar, vorgenommen. Ansonsten verlief die Kirmes wie im Jahr zuvor. Als Kerwe-Paar fungierten in diesem Jahr Kevin Hinsberger (Kerwe- Hannes) und Celine Steuler (Kerwe-Lisje). Das Montagsfrühstück , zu dem diesmal die gesamte Bevölkerung eingeladen war, fand wiederum im Gasthaus Mühlbacher Hof statt.

2013 Nach einem gemeinsamen Gottesdienst in der ev. Kirche wurde die Kerb (Kerwe-Lisje Annika Klein und Kerwe-Hannes Fabian Schlicher) wieder im Kläse Keller zum Leben erweckt. Nach dem Umzug zum Kerwegelände, der Begrüßung durch den Ortsvorsteher und einer Festrede der Bürgermeisterin wurde die Kerb mit dem Fassanstich durch die Bürgermeisterin eröffnet. Das Montagsfrühstück fand wieder im Mühlbacher-Hof statt. Nach der Beerdigung am Dienstag gab es in der Destille ein Heringsmahl.

2014 Nach gemeinsamem Gottesdienst in der ev. Kirche und einem Kerwekaffee im Gemeindehaus wurde das Kerwepaar wieder im Kläse Keller ausgegraben und in einem Umzug zum Kerwegelände gebracht. Der Kirmeseröffnung des Ortsvorstehers Manfred Klein folgte der Fassanstich durch die Bürgermeisterin Müller-Closset, assistiert vom Kerwe-Paar. Ansonsten verlief die Kirmes wie im Jahr zuvor. Als Kerwe-Paar fungierten in diesem Jahr Marco Mayer und Selina Diehl. Das Montagsfrühstück fand wiederum im Gasthaus Mühlbacher Hof statt. Nach dem Trauermarsch von Kläse Keller zum Brühlpark wurde die Kerb traditionsgemäß eingeäschert und die Asche der Ill übergeben. Das Beerdigungszeremoniell übernahm in diesem Jahr Christian Rech. Anschliesend fand wieder das Heringsessen statt.