Erneuter Vandalismus im Brühlpark

Dirmingen, den 26.01.2015: Gestern Abend erreichte die Redaktion von www.dirmingen.eu eine Nachricht eines Anwohners in der Nähe des Brühlparks. Es wurde dort wohl aktuell randaliert und Bänke umgeworfen und zerstört. Dirmingen-online hat den Ortsvorsteher i.V., Frank Klein, informiert, der sich ein Bild am nächsten Tag davon machen wird.

Mutwillige Zerstörung einer Sitzbank im Brühlpark

Mutwillige Zerstörung einer Sitzbank im Brühlpark

Die Nachricht, die uns erreichte lautete wie folgt:

Warum ?
Warum tut man so etwas ?
Blinde Zerstörungswut von Menschen ohne Verstand hat mal wieder die Oberhand gewonnen in unserem Dorf.
Von Samstag auf Sonntag wurden in unserer Parkanlagen die Bänke zerstört , teilweise die Verschraubungen aus dem Beton gerissen , nun fragt man sich doch wieso Jemand bzw. einige Mitbürger einen Ort der Ruhe und Rast zerstören müssen der für uns ALLE zum Zwecke der Erholung angelegt wurde. Das die Anlage von der Gemeinde nicht sonderlich gepflegt wird verstehe ich ja wenn ich mir die Verunreinigungen und Müllentsorgung im Park ansehen , mutwillig an den Bäumen zerschlagene Bier und Weinflaschen sind keine Seltenheit mehr , das eine Person in das Glas treten kann bedenken solche Hirnis natürlich nicht , woher soll auch so viel Intelligenz kommen stellt man sich da die Frage ? Nun wird es wieder mal uns alle treffen was die erforderlichen Reparatur und Sanierungskosten anbelangt. So sollten auch die kaputt geworfenen Lampen ausgetauscht werden um den nächtlichen Park zu erhellen . Kosten die von WENIGEN verursacht wurden und von ALLEN bezahlt werden müssen.

Umgeworfene Parkbank

Umgeworfene Parkbank

Heute Morgen, nachdem die Nacht gewichen war, konnten wir uns ein Bild von den Zerstörungen vor Ort machen. Zwei robuste Bänke wurden auf den Kopf geworfen und eine dritte Bank (Siehe oben) total zerstört. Die beiden Bänke, die auf dem Kopf lagen, konnten wir mit wenig Aufwand wieder aufrichten, die dritte Bank jedoch ist so einfach nicht mehr instand zu setzen. Die zerstörten Lampen sind aber wohl schon früherem Vandalismus zum Opfer gefallen, da die Verschmutzung und der Moosansatz im inneren der Lampen dies bescheinigen. Glasscherben konnten aktuell nicht festgestellt werden, da der nächtliche Schnee diese sicherlich abgedeckt hat. Bei früheren Besuchen im Brühlpark konnte man dies aber schon feststellen. Nun stellt sich die Frage, was solche Randalierer denken ? ….Nichts, einfach Nichts, denn es reicht wohl im Oberstübchen nicht und der letzte Funken von Intelligenz wird durch den Alkohol oder anderweitige Drogen noch ausgelöscht.

Bürger richten die Parkbank wieder auf

Bürger richten die Parkbank wieder auf

Leider ist es so, dass der einst schöne Brühlpark von Seiten der Gemeinde nicht, oder nicht ausreichend gepflegt wird. Das verleitet natürlich dazu, dem Brühlpark keine Wertigkeit mehr zuzugestehen. Einige Hundebesitzer nutzen seit langer Zeit den Park als Kotstelle für Ihre Vierbeiner. Er liegt ja nah und man kann den Park schlecht einsehen. Andere wiederrum treffen sich dort um ausgiebig Alkohol zu konsumieren und dann, wenn die Kraft überhand nimmt, sie an den installierten Bänken und Lampen auszulassen. Familien mit Kinder können den Park schon lange nicht mehr zur Erholung und zum Spielen nutzen. Im Dirminger Brühlpark gibt es akuten Handlungsbedarf. Nach dem Winter gilt es hier von Seiten der Gemeinde und auch von Seiten von uns Dirminger Bürger tätig zu werden. Der Brühlpark kann in diesem desolaten Zustand nicht bleiben. Er gehört zu unserem Ort und es könnte für die Zukunft wirklich wieder ein Ort der Ruhe und Erholung und ein toller Ort für unsere kleinsten Bürger werden. Gemeinde ist nicht nur die Verwaltung in Eppelborn…Gemeinde, dass sind WIR.

Auch diese Parklampe fiel einer früheren Vandalismus-Aktion zum Opfer.

Auch diese Parklampe fiel einer früheren Vandalismus-Aktion zum Opfer.

Der Kläse Keller -Relikt aus alter Zeit

Das Kläse-Haus galt als das älteste Haus in Dirmingen. Es wurde wohl, alten Dokumenten zufolge, von dem Ackerer Nikolaus Wagner in der Zeit von 1652 – 1654 erbaut.

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Ludwig Neufang (Neifangs Lui) und Tochter Hildegard Guthörl (Neifangs Hilde) vor dem Kläse Haus (oben rechts im Foto), kurze Zeit bevor es abgerissen wurde. (Foto: Walter Guthörl)

Gerade mal 4-6 Jahre nach dem 30-jährigen Krieg erbaut, haben die alten Mauern sicher noch viel Leid und Not gesehen. Es wurde in früher Zeit auch als Winterschule genutzt, zu einer Zeit als die Kinder von Frühjahr bis Herbst, von früh bis spät, auf den Feldern und im heimischen bäuerlichen Betrieb helfen mussten. So überdauerte das alte Gemäuer Jahrhunderte, bis es dann 1960/1961 abgerissen wurde. Grund und Boden erwarb damals die Familie Heinrich Otto.

Das Kläse-Haus links im Bild. Daneben das evangelische Gemeindehaus, wo auch der erste ev. Kindergarten eingerichtet war.

Das Kläse-Haus links im Bild. Daneben das evangelische Gemeindehaus, wo auch der erste ev. Kindergarten eingerichtet war.

Bei dem Abriss des alten Hauses blieb aber der alte Gewölbekeller verschont und lag lange brach. Erst im Jahre 1999 wurde auf Initiative des Ortsvorstehers Rudolf Hell und einiger Jahrgangsfreunde die “Derminga Kerb” dort ausgegraben. Das Gelände befindet sich heute im Besitz der Familie Bungert und der Keller wurde zwischenzeitlich renoviert und erhielt auch Toiletten. Er dient das Jahr über als Unterstellplatz, ausser an der Derminga Kerb und in der Zeit des Weihnachtsbaumverkaufs.

Kulturvereinsmitglied Harald Bartsch am Eingang zum Kläse-Keller beim Weihnachtsbaumverkauf

Kulturvereinsmitglied Harald Bartsch am Eingang zum Kläse-Keller beim Weihnachtsbaumverkauf 2015 (Foto: H.W. Guthörl)

So findet in der Dirminger Ortsmitte jedes Jahr ein großer Weihnachtsbaumverkauf statt, bei dem der Kläse-Keller zu einem warmen, gemütlichen Ort der Besinnung wird. Der Kulturverein Dirmingen bietet, neben sehr schönen Weihnachtsbäumen, im Keller feste und flüssige Leckereien an. Einige Bürger, auch aus Nachbarorten, bringen einfach mal so Weihnachtsbäckereien mit und die werden dann auf die Tische gestellt. Hier findet man allerhand Selbstgebackenes, mit wundervollem Geschmack. Der Kläse-Keller, als Ort der Besinnung, des Gesprächs, der Gemeinschaft, ist wohl einzigartig in der Region. Er ist nicht groß, aber er lässt die Menschen noch näher zusammenrücken.

Ständig kommen Bürger, nicht nur aus Dirmingen, kurz vor Weihnachten, in den gemütlichen Keller. (Foto: H.W. Guthörl)

Ständig kommen Bürger, nicht nur aus Dirmingen, kurz vor Weihnachten, in den gemütlichen Keller. (Foto: H.W. Guthörl)

So hat ein altes Gewölbe einen neuen Sinn und Nutzung bekommen. Ein Besuch zur Vorweihnachtszeit lohnt sich, denn dort triff man nette Leute und kann ein paar Stunden, fernab von den Alltagssorgen, in gemütlicher Runde verbringen. Seit dem 23. Dezember ist der Keller wieder in seinen Tiefschlaf gefallen, um an der “Derminga Kerb” im Oktober, zusammen mit dem “Kerwe Lisje” wieder wach geküsst zu werden.

Auszüge aus der Geschichte des Kläse-Kellers wurden aus dem Buch “Dirminger Hausnamen”, des Autorenteams des Heimat- und Verkehrsvereins Dirmingen, entnommen. Diese einmalige Buch ist noch erhältlich, bzw. kann noch nachbestellt werden.

Das Buch "Dirminger Hausnamen" des Heimat- und Verkehrsverein Dirmingen

Das Buch “Dirminger Hausnamen” des Heimat- und Verkehrsverein Dirmingen