“Brisant” Konzert mit HEG & MAC im Schloss Buseck

Am Freitag, dem 18. Dezember um 20 Uhr gab es im Schloss Buseck in Calmesweiler ein Event der besonderen Art. Die relativ neu formierte Gruppe HEG & MAC musizierten bei vollbesetztem Saal.

HEG & MACHEG & MAC, dahinter verbergen sich Musiker, die schon lange zusammen musizieren. Gerd Wagner, Hans-Jürgen Johann und Manfred Gabler. Alle drei waren Mitglieder der legendären Gruppe Rastlos aus Dirmingen. In Verbindung mit dem Kulturamt der Gemeinde Eppelborn wurde das Konzert “Brisant” vorbereitet. Die Karten waren schnell verkauft und so stand auf dem Plakat an der geplanten Abendkasse “Ausverkauft”. Die Konzertbesucher fanden sich früh ein und so konnte pünktlich begonnen werden. Schwere musikalische Kost musste verdaut werden, denn es gab Lieder, welche die schlimme Situation zur Zeit in der Welt anprangerten. Dabei war die Sinnlosigkeit von Kriegen, die Situation der vertriebenen Menschen dieser Erde genau so Thema, wie auch die Umweltverschmutzung und die ungerechte Verteilung der Güter dieser unserer Erde.

20151218_222727Die Konzertbesucher lauschten nachdenklich den Texten der Musiker. Es gab neben eigenen Kompositionen, auch Lieder bekannter Interpreten. Aber nicht nur schwere Kost wurde dargeboten. Auch Lieder, die die Stimmung wieder etwas aufhellten. Bis 22:30 Uhr spielte und sang das Trio. Dazwischen war nur eine kurze Pause. Nach zwei Zugabeliedern endete das “brisante” Konzert. Es wurde sich noch mit den Musikern unterhalten und dann ging man seinen Weg nach Hause. Es war ein sehr gutes Konzert und man wird wohl von Heg & Mac, den Musikern over der 60, noch einiges hören.

MEGMAC_klein

Die Derminga Weihnachtsgeschichte 2015

Es sind wohl schon einige Jahrhunderte her, so wie es die Legende berichtet, war es nach dem dreißigjährigen Krieg. Die ärmlichen Hütten in Dirmingen waren fast leer und es gab nicht mehr viele Menschen in Dirmingen.

Dreißig Jahre Krieg, Hunger, Pest und Elend dezimierte zu dieser armen Zeit die Bevölkerung. Krankheit, Not und Hoffnungslosigkeit wohnten in Dirmingen und es gab kaum Aussicht auf eine Besserung. Es gab fast nichts mehr zu essen, das Wasser war verseucht und es stank nach Tod in den Gassen von Dirmingen. In einer dieser Hütten lebten der Bauer Jakob und seine Frau Marietta. Beide waren noch recht jung und dennoch hinterließ der Krieg Spuren in den Gesichtern der beiden Liebenden. Jakob ging morgens früh immer in den Wald, um nach Beeren und Eicheln zu suchen und er pflanzte in dem kargen Boden neben seiner Hütte Erbsen und Bohnen. Ein Hausschwein hatten Sie freilich nicht mehr und auch keine Kuh, nicht mal mehr ein Huhn. Marietta sorgte für etwas Sauberkeit in der Hütte und bereitete das knappe und karge Essen zu.

Es zogen ein paar Jahre in’s Land. Es wollte einfach nicht aufwärts gehen. Armut regierte in Dirmingen. Jakob jedoch machte beharrlich seine Arbeit und klagen hörte man Ihn nicht. Abends jedoch, wenn Marietta schon schlief, betete er im Stillen zu Gott und bat darum, dass es doch bald besser werde. Es kam die Zeit, da ging es Marietta nicht gut. Sie konnte nicht richtig essen und erbrach sich oft. Jakob machte sich Sorgen und er arbeitete noch mehr um seine geliebte Marietta besser versorgen zu können. Marietta unterdessen zog sich zurück und lag oft auf Ihrem Lager aus Stroh und alten Tüchern. Die wenigen Leute aus dem Dorf merkten auch, dass etwas bei Jakob und Marietta nicht stimmte. Sie trauten sich kaum an der Hütte vorbei zu gehen. Ja und fragen, was mit Marietta sei, trauten Sie sich nicht. Viel zu groß war die Angst, dass die Pest in der Hütte von Jakob und Marietta zu Hause war. Angst zeigt sich in den Augen der kleinen Bürgerschaft. Warum versteckte Jakob seine Frau. Ja warum kam Sie nicht mehr aus der Hütte heraus.

Die Leute in Dirmingen wurden unruhig und mürrig. Man könnte sogar sagen, dass Zorn in den Herzen wohnte. Zorn aus Angst geboren. Wenn Jakob morgens in den Wald ging, traute sich niemand an die Tür der Hütte. Viel zu groß war die Angst vor der Pestilenz, dem schwarzen Tod. Niemand redete mit Jakob und die wildesten Geschichten gingen durch die Gassen von Dirmingen. Jakob jedoch verrichtete sein Tagwerk bis in die späten Abendstunden. Unbeirrbar, fast sturköpfig entlockte er seinem Acker die wenigen Früchte. Es war in der Adventszeit, kurz vor heilig Abend, da kam ein alter Mann in’s Dorf nach Dirmingen. Sein Körper war ausgemergelt und der Sensenmann hatte schon ausgeholt um Ihn in sein Reich  mit zu nehmen. Der alte Man lebte einsam im Kaselswald im Osten von Dirmingen. Man sah den Einsiedler selten, ja fast nie, kam er auch in früheren Jahren nach Dirmingen.

Jakob fragte den alten Mann, ob er Ihm denn helfen könne ? Der alte Mann mit Namen Martinus bat um eine Schüssel Suppe, denn er war hungrig. Jakob lud Ihn in seine kleine Hütte ein und setzte Ihn direkt neben den warmen Ofen und er konnte dem Fremden eine Schüssel mit Bohnensuppe reichen. Der alte Mann sah Marietta auf dem Strohlager liegen und ein Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. Er sah, was kein anderer Bürger von Dirmingen sehen konnte und er war frohen Gemütes. Jakob machte dem alten Mann ein Strohlager neben dem Ofen und lud Ihn ein so lange zu bleiben, bis es Ihm wieder besser gehen würde. Der Alte bat um ein Stück Papier und einen Stift. Im schwachen Licht der Hütte beschrieb er mit zittriger Hand das Papier. Danach schlief er zufrieden ein. Es war eine kalte, lange Nacht. Als der Morgen graute schrieb man den 24. Dezember 1650, heilig Abend. Der Himmel war klar und blau, als ein Schrei die Stille zerriss. Marietta hatte einen Sohn geboren. Kräftig war er und er hatte eine laute Stimme, die durch das ganze Dorf zu hören war.

Die Leute versammelten sich vor der armen Hütte von Jakob und Marietta. Jakob wollte den alten Mann wecken, um Ihm stolz seinen Sohn zu zeigen, doch der alte Mann war von dannen gegangen. Mit einem zufriedenen lächeln lag der alte Martinus tot auf seinem Strohlager. Den beschriebenen Zettel in der Hand. Gerade wohl, als das neue Leben geboren wurde, endete das alte Leben. Jakob entnahm dem alten Mann den Zettel, auf dem geschrieben stand:

Ihr habt mich aufgenommen, als mir ganz schlecht es ging.
Ihr gabt mir Menschlichkeit und Frieden, und meinen letzten Stunden einen Sinn.
Mein altes Leben scheidet hin, ein neues wart geboren,
die heilige Nacht hat sich das Kind dazu erkoren.
Ich kann in Ruh nun scheiden, denn die Hoffnung ist erstarkt,
Martinus soll er heißen… die Zukunft wird er weisen.

So nehmet meinen Dank entgegen, für meine letzten Stund.
Ein Kalb, ein Schwein, eine Geiß und einen Hund,das alles sollt Ihr haben, zum Wohl für diesen Knaben.
Schaut nach vorn und nie zurück, in der Zukunft wohnt das Glück.
Wo neues Leben kräht, ist es für die Hoffnung nie zu spät.
Beharrlich sein, wie Jakob zeigt, bringt Dich auf Deinem Weg sehr weit.
Menschlichkeit und Herzlichkeit, verbunden mit Beständigkeit,
verhindert oft viel Herzensleid.

So kann ich nun, in aller Ruh, dem Tod in’s Auge schaun.
Lebt wohl, Ihr drei, gehabt Euch wohl…Ihr habt das Herz am rechten Fleck.
Begraben sein will ich im Kaselswald, da wo ich lebte, liebte und wurde alt.

Der junge Martinus wuchs zu einem stolzen Mann heran. Die Beharrlichkeit und Arbeitssamkeit erbte er von seinem Vater, die Liebe und Gutmütigkeit von seiner Mutter, die Herzlichkeit und Zuversicht, auch in schlechten Tagen, gab Ihm auf seltsame Weise der alte Mann mit auf den Weg. Dirmingen erblühte Dank seiner starken Wurzeln aus jener Zeit zu einem der reichsten Bauerndörfer im Illtal.

Eine kleine, frei erfundene Weihnachtsgeschichte von H.W. Guthörl (25.11.2015)